Eigener Fuhrpark, neue Technologien und der Weg zu einer praxistauglichen nachhaltigen Logistik
18.05.2026 von TRANSCO Team
Lieferketten müssen heute nicht nur funktionieren, sondern gleichzeitig flexibel, wirtschaftlich und zunehmend nachhaltiger sein. Genau deshalb entwickelt sich auch das Transportgeschäft stark weiter. Neue Antriebstechnologien, digitale Systeme und steigende Anforderungen an Transparenz verändern die Branche spürbar.
Wir setzen auf eine bewusste Mischung aus einem strategischen Eigenfuhrpark in Kombination mit ausgewählten Frendkapazitäten um zu einem eine hohe Flexibilität im Tagesgeschäft und gleichzeitig die Kontrolle über Qualität, Verfügbarkeit und technische Entwicklung zu ermöglichen.
Eigenfuhrpark als strategischer Vorteil
Ein eigener Fuhrpark bedeutet vor allem Planbarkeit und direkte Einflussmöglichkeiten. Eigene Fahrzeuge und eigene Fahrer ermöglichen es und, Transporte flexibel zu steuern, kurzfristig auf Veränderungen zu reagieren und technische Entwicklungen selbst voranzutreiben. Gleichzeitig schaffen eigene Ressourcen mehr Stabilität im operativen Geschäft.
Gerade bei internationalen Transporten, zeitkritischen Sendungen oder komplexen Kundenanforderungen ist das ein wichtiger Faktor.
Dennoch setzen wir nicht ausschließlich auf eigene Kapazitäten. Ergänzend arbeiten wir mit Partnernetzwerken zusammen und beziehen, wenn nötig Fremdkapazitäten. Dadurch entsteht eine Kombination aus Skalierbarkeit und operativer Kontrolle die unseren Kunden zuverlässige Kapazitäten, kurze Reaktionszeiten und eine hohe Planungssicherheit ermöglicht.
Ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie ist das Thema Fahrerqualifizierung. Wir setzen bewusst auf eigene FahrerInnen und investieren gleichzeitig in die Ausbildung neuer Fachkräfte. Die zunehmende Technologisierung moderner Nutzfahrzeuge macht Qualifizierung heute wichtiger denn je. Moderne Lkw sind längst hochkomplexe technische Systeme, deren wirtschaftlicher und sicherer Einsatz geschultes Personal erfordert.
Aktuell umfasst unser Fuhrpark
Antriebsmix statt Einheitslösung
Die Diskussion über alternative Antriebe wird häufig sehr einseitig geführt. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell, dass unterschiedliche Transportanforderungen auch unterschiedliche Technologien benötigen. Deshalb setzen wir bewusst auf einen Antriebsmix aus Diesel, LNG und batterieelektrischen Fahrzeugen.
Bereits seit mehreren Jahren ergänzen LNG-Fahrzeuge unseren Fuhrpark. Sie ermöglichen insbesondere auf langen Strecken eine vergleichsweise hohe Reichweite bei gleichzeitig reduzierten CO₂- und Geräuschemissionen und stellen damit eine wichtige Brückentechnologie im Straßengüterverkehr dar.
Dabei verfolgen wir keinen dogmatischen Ansatz. Stattdessen beschäftigen wir uns kontinuierlich mit neuen Technologien, testen Fahrzeuge verschiedener Hersteller und analysieren, welche Lösungen im Alltag tatsächlich funktionieren.
Entscheidend sind dabei nicht nur Herstellerangaben oder Reichweiten auf dem Papier, sondern reale Einsatzbedingungen: Wie zuverlässig arbeitet die Technik? Wie hoch ist der Werkstattaufwand? Welche Reichweiten sind unter realer Last möglich? Wie gut lässt sich ein Fahrzeug in bestehende Touren integrieren? Diese Fragen spielen bei Investitionsentscheidungen eine zentrale Rolle.
Der Fuhrpark wird dabei kontinuierlich weiterentwickelt – sowohl technologisch als auch hinsichtlich Effizienz und Nachhaltigkeit.
E-Mobilität: Erfahrungen aus dem Alltag seit 2024
Der Einstieg in die Elektromobilität verlief allerdings nicht ohne Herausforderungen. Gerade zu Beginn waren die technischen Ausfallquoten hoch. Teilweise standen Fahrzeuge häufiger in der Werkstatt als auf der Straße. Gleichzeitig mussten zunächst Erfahrungen gesammelt und Prozesse angepasst werden.
Auch die Infrastruktur stellte uns vor neue Aufgaben. „Ein Fahrzeug auf den Hof zu stellen und es zu laden klingt simpel, aber es bedarf einiger Vorarbeit“, erklärt Gerhard Reger, Furhparkleiter bei TRANSCO in Singen . Seit Ende 2024 haben wir eine eigene Ladestation mit einer Gesamtleistung von 300kW auf unserem Hof in Singen stehen.
„Vor der Inbetriebnahme mussten Netzkapazitäten geprüft, Ladeinfrastruktur aufgebaut und technische Voraussetzungen geschaffen werden. Man muss prüfen, ob die regionalen Energieversorger den Strom überhaupt dauerhaft zur Verfügung stellen können, ob der Trafo die nötige Leistung liefert und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Die Ladeinfrastruktur war sehr kostenintensiv und bedarf einer gründlichen Vorbereitung.“ so Reger.
Neben der Technik spielte auch die Akzeptanz der Fahrer eine wichtige Rolle. Zu Beginn gab es durchaus Skepsis gegenüber den neuen Fahrzeugen. Deshalb haben wir gezielt in Schulungen investiert.
Heute hat sich die Situation deutlich verändert. Die Fahrzeuge laufen stabil und die Fahrer betrachten die E-Lkw inzwischen als normalen Bestandteil des Fuhrparks.
Digitalisierung als Grundlage moderner Flottensteuerung
Neben neuen Antriebstechnologien spielt auch die Digitalisierung eine immer größere Rolle im Transportgeschäft. Mit der Einführung von Webfleet und modernen Telemetriesystemen werden Fahrzeugdaten heute deutlich detaillierter ausgewertet als noch vor wenigen Jahren.
Die Systeme liefern Informationen zu Fahrverhalten, Energieverbrauch, Routen, Standzeiten und Fahrzeugzuständen. Dadurch lassen sich Touren effizienter planen, Leerfahrten reduzieren und Verbräuche optimieren.
Gerade im Bereich Green Logistics entsteht dadurch ein erheblicher Mehrwert. Denn nachhaltiger Transport bedeutet nicht nur alternative Antriebe, sondern auch effizientere Prozesse. Optimierte Routen sparen Zeit, reduzieren Umwege und senken den Energie- beziehungsweise Kraftstoffverbrauch. Zusätzlich entsteht mehr Transparenz – sowohl intern als auch für Kunden.
Digitale Fahrzeugdaten helfen außerdem dabei, den Einsatz batterieelektrischer Fahrzeuge wirtschaftlicher zu planen. Reichweiten, Ladefenster und Touren können deutlich präziser gesteuert werden.
Nachhaltigkeit aus mehreren Perspektiven gedacht
Nachhaltigkeit bedeutet für uns nicht ausschließlich Emissionsreduzierung. Nachhaltige Logistik muss immer ökologische, wirtschaftliche und soziale Faktoren gleichzeitig berücksichtigen. Nicht jede Technologie erfüllt automatisch alle Anforderungen gleichermaßen.
Batterieelektrische Fahrzeuge bieten beispielsweise klare ökologische Vorteile: keine lokalen CO₂-Emissionen und deutlich geringere Lärmbelastung für Anwohner und Fußgänger. Gleichzeitig spielen jedoch auch Investitionskosten, Infrastrukturaufwand, Reichweiten und Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle.
Deshalb sehen wir die Zukunft weiterhin in einem intelligenten Antriebsmix.
„Diesel wird immer bleiben. LNG ist bei uns ebenfalls ein wichtiges Thema. Elektromobilität wird bleiben – davon bin ich überzeugt. Ob batterieelektrisch oder perspektivisch als Brennstoffzelle: Für bestimmte Einsatzzwecke ist das eine sehr gute Lösung“, sagt Gerhard Reger.
Auch Wasserstoff bleibt ein relevantes Zukunftsthema. Aktuell sehen wir jedoch noch Herausforderungen bei Infrastruktur, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Wasserstoff hat laut Reger Potenzial. Aber Verfügbarkeit und Fahrzeugpreise werden in den nächsten Jahren wirtschaftlich noch schwer darstellbar sein. Parallel investieren wir weiterhin in moderne Fahrzeuge, Infrastruktur, Fahrerqualifizierung und den Ausbau unseres E-Fuhrparks.
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